Rente und Wohnen mit Zukunft statt Grabenkämpfe zwischen Alt und Jung

Junge Menschen in Deutschland stehen heute vor enormen Herausforderungen: steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Rentenaussichten und kaum bezahlbarer Wohnraum. Besonders in Ostdeutschland verschärfen geringe Vermögen, niedrigere Einkommen und fehlende Alternativen zur gesetzlichen Rente die Lage. Ein zukunftsfestes Versprechen an die junge Generation fehlt bisher. Die Bundes-SPD arbeitet aktuell daran, die Rente sicher aufzustellen. Das reicht uns aber noch nicht aus.

Soziale Sicherheit neu denken

„Mit einem umfassenden Reformpaket wollen wir bewusst junge Menschen in den Mittelpunkt rücken. Unser Ziel: Ein verlässliches, transparentes und gerechtes System, das langfristig wirkt und Zukunftschancen für Rente und Wohnen schafft, statt alte und junge Menschen gegeneinander auszuspielen“, sagt Dr. Katja Böhler, Sprecherin der Seeheimer Thüringen.

„Wir brauchen ein soziales Sicherheitssystem für junge Menschen, das nicht nur die gesetzliche Rente in den Blick nimmt, sondern auch die private Vorsorge vereinfacht und fair gestaltet“, sagt Petra Rossbrey, Sprecherin der Seeheimer Hessen.

Drei Bausteine für sichere Perspektiven

1. Ein staatlicher Bürgerfonds – Startkapital für jedes Kind

Um Vermögensaufbau früh zu ermöglichen, erhält jedes Neugeborene mit deutscher Staatsbürgerschaft einmalig 4.000 Euro Startkapital in einen staatlich verwalteten Bürgerfonds. Damit setzen wir ein klares Signal: Niemand soll ohne Chancen auf finanziellen Aufbau groß werden.

„Der Bürgerfonds ergänzt das staatliche Umlageverfahren um den Aspekt der individuellen Vermögensbildung und stabilisiert damit die Rentenversicherung. Er ist generationengerecht gestaltet und stellt das Leistungsversprechen unseres Staates auf eine breitere Basis“, sagt Fabrice Zierdt, Mitglied im Arbeitskreis Finanzpolitik der Seeheimer Thüringen, der den Vorschlag maßgeblich entwickelt hat.

Der Bürgerfonds wird durch öffentliche Institutionen – z. B. Bundesbank oder Landesbanken – verwaltet. So bleiben die Kosten niedrig, die Kontrolle transparent. Eigene Einzahlungen sind jederzeit möglich. Künftige Berufseinsteiger zahlen automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung inklusive kapitalgedecktem Bürgerfonds ein – Schritt für Schritt werden bestehende Vorsorgewerke abgelöst. Auch Beamte sollen künftig in das System integriert werden.

2. Wohneigentum für junge Menschen erleichtern

Für viele junge Menschen ist der Traum vom Eigenheim trotz harter Arbeit unerreichbar geworden. Das wollen wir ändern.

„Deshalb kann der Beitrag zum Bürgerfonds künftig bis zu einem bestimmten Betrag alternativ zur Tilgung von Krediten für selbstgenutztes Wohneigentum genutzt werden. Gleichzeitig stellen wir KfW-Nachrangdarlehen bereit – unbürokratisch, langfristig und mit der Möglichkeit zur Tilgung über Rentenversicherungsbeiträge. So wird Wohneigentum wieder erreichbar – gerade für junge Familien und Berufseinsteiger ohne geerbtes Eigenkapital“, erläutert Zierdt weiter.

3. Private Altersvorsorge vereinfachen und fair gestalten

Wir stärken private Vorsorgeformen durch eine grundlegende Steuerreform: Nach 20 Jahren Haltedauer werden Kapitalerträge steuerfrei. Gleichzeitig soll die bisherige steuerliche Bevorzugung klassischer Versicherungsprodukte enden. An ihre Stelle tritt ein gerechteres System inklusive einer Vermögenssteuer.

Der Vorteil für junge Menschen: mehr Transparenz, weniger Komplexität, bessere Planbarkeit.

Warum die Reform überfällig ist

Das deutsche Rentensystem steht vor tiefgreifenden Veränderungen:

  • Der Anteil der Menschen über 67 liegt schon heute bei über 20 Prozent – Tendenz steigend.

  • Auf einen Rentner kommen weniger als zwei Erwerbstätige.

  • Junge Menschen zahlen hohe Beiträge, müssen aber mit deutlich niedrigeren Renten rechnen.

  • In Ostdeutschland stammen rund 90 Prozent des Alterseinkommens aus der gesetzlichen Rente – bei niedrigerem Vermögensniveau und geringerer betrieblicher Vorsorge.

  • Riester ist gescheitert, ein alternatives staatliches Vorsorgeangebot gibt es nicht.

Für junge Menschen bedeutet das: Mehr Belastung, weniger Sicherheit, keine echte Perspektive. Unser Reformvorschlag bricht diesen Trend: Er schafft Vermögensaufbau für alle, stärkt die gesetzliche Rente, macht Wohnen bezahlbarer und verhindert, dass ganze Generationen durch ein unmodernes System abgehängt werden.

Ein neues Versprechen an die junge Generation

Mit dem Bürgerfonds, dem Eigenheim-Zuschuss und einer vereinfachten privaten Altersvorsorge wollen wir unseren Sozialstaat weiterentwickeln. Wir wollen ein System, in dem sich Arbeit lohnt, Vermögen planbar aufgebaut werden kann und die Rente wieder hält, was sie verspricht – gerade für junge Menschen. Dabei erkennen wir die Lebensleistung älterer Menschen an.

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